„Die Shoah begann nicht mit Auschwitz. Sie begann mit Worten. Sie begann mit dem Schweigen und dem Wegschauen der Gesellschaft.“ Die Holocaust-Überlebenden Eva Szepesi begleitete als Zeitzeugin den Gedenktag an der Max-von-Laue-Schule. Sie teilte ihre Geschichte mit vier Klassen des 9., 10. und 11. Jahrgangs, um die Erinnerung lebendig zu halten. Begleitet wurde diese Gedenkveranstaltung auch von der Präsidentin des Abgeordnetenhauses Cornelia Seibeld und Bildungsstaatssekretärin Christina Henke, Bezirksstadträtin Malgorzata Sjimbanji, Schulrat Herrn Leppler, Frau Zchwiraschwili vom World Jewish Congress, Frau Witte von der israelischen Botschaft, sowie der Tochter der 93-Jährigen, Anita Schwarz. Die Schülerinnen und Schüler der MvL waren dankbar und ergriffen, dass eine Zeitzeugin ihre Erfahrungen teilte. Mit ihren persönlichen Erinnerungen ermöglichte sie, an das unvorstellbare Leid des nationalsozialistischen Terrors anzuknüpfen. Den Zuhörern wurde bewusst, wie früh Ausgrenzung, Hass und Entmenschlichung beginnen. Anschließend nahm sich Eva Szepesi noch viel Zeit, um ihr Buch über ihre Erfahrungen persönlich zu signieren und 40 Teilnehmenden zu schenken.
Der 8. Jahrgang und die Willkommensklasse begingen den Gedenktag mit einer Lesung von Judit Kerrs „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ durch Schauspielerin und Synchronsprecherin Cornelia Schönwald. Zunächst sensibilisierten 10. Klässler auf Schicksale in unserem Bezirk und diskutierten mit ihnen im Nachgang zu der Lesung darüber, was jeder einzelne von uns leisten kann, um Ausgrenzung zu verhindern.
Eine andere Klasse hatte in der US-Botschaft die Möglichkeit, den Dokumentarfilm „A POCKETFUL OF MIRACLES – A TALE OF TWO SIBLINGS“. Die Regisseurin – die Tochter der Hauptakteurin – war nach der Filmvorführung live per Zoom zugeschaltet und stand für Fragen zum Film zur Verfügung.
Der 7. Jahrgang hingegen kümmerte sich um Stolpersteine im Bezirk und erarbeitete unzählige Schicksale.
Andere Klassen besuchten Führungen in der Topographie des Terrors oder erarbeiteten selbständig Themen im Jüdischen Museum. Alle Schülerinnen und Schüler brachten sich aktiv ein und unterstützten damit unsere Erinnerungskultur. Es wurde deutlich, dass Erinnern nie rückgewandt ist, sondern immer ein Apell für gemeinsames Eintreten für Menschlichkeit ist. In diesem Sinne #WeRemember!
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